Einleitung
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In den späten 1970er Jahren gab es an den deutschen Architektur- und Soziologiefakultäten Seminare über die Unwirtlichkeit anonymer Großwohnsiedlungen und Trabantenstädte. Ein wesentlicher Angriffspunkt der Kritiker war der Bau von Wohnhochhäusern. Gegenpositionen waren schnell auf dem Tisch: Mit dem Prinzip „low rise - high density“ können vergleichbare Bebauungsdichten auch mit Wohnbautypologien erzielt werden, die im Ernstfall ohne Aufzüge auskommen. Als hätte es diese Diskussionen nie gegeben, sind nun Wohnhochhäuser in Citylage wieder groß im Kommen. Hochhausloftwohnungen werden auf dem Immobilienmarkt zu Höchstpreisen gehandelt. Gelten auf einmal die früheren Vorbehalte nicht mehr? Warum wird ein Bautypus, der früher für billigen Massenwohnungsbau stand zur neuen Luxusware? Ist das Wohngefühl des „über der Masse Schwebens“ Zeichen für zunehmende gesellschaftliche Segregation? Sollen europäische Metropolregionen nun in die Höhe wachsen statt in die Breite? Und wie positionieren wir uns als Architekten inmitten dieser Entwicklung?