Einleitung
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Maler und Dichter lieben sie: die Ruine. Treffl ich lässt sich die Vergangenheit mit ihr idealisieren, sie kann der Ästhetisierung des Zerfalls Vorschub leisten und rührt ohnehin jedes romantisch veranlagte Herz, das der Vergänglichkeit alles Irdischen mit süßer Melancholie begegnet. Für Architekten, die mit einer Ruine im Zusammenhang mit einer „Weiterbau-Aufgabe“ etwas anfangen sollen, stellen sich allerdings Fragen, die in der Bewertung von Bedeutungsaspekten konkreter sind. Geht man mit Respekt, Ehrfurcht, Pragmatismus, Unbefangenheit oder sogar Humor ans Werk? Wie holt man Ruinen in eine Gegenwart, in der mehr oder weniger passende Verwertungsansprüche gestellt werden?