Einleitung
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Mit Linientreue wird in der Politik vor allem ein opportunistisches, anpässlerisches Verhalten assoziiert. Doch wie sieht es damit in Architektur und Design aus? Wird hier die Linientreue eher positiv wahrgenommen? Ist es vielleicht sogar wichtig, der Haltung des Vorgängers mit Respekt zu begegnen und dessen Linie fortzuführen? Unsere Gegenwart ist geprägt von einer bislang nicht gekannten Vielfalt der Auseinandersetzung mit Architektur und Design. Der Ansatz einer universellen Sprache des zeitgenössischen Bauens, wie sie noch von der Klassischen Moderne als „International Style“ rezepthaft verordnet wurde, scheint obsolet. Vielmehr dokumentiert sich ein beachtlicher Pluralismus der Stile und Ansätze in Architektur und Gestaltung. Könnte deshalb eine gewisse gestalterische Linientreue eine wichtige Orientierung geben? Gleich auf den ersten Blick scheint diese Haltung beim Automobildesign und den Modellreihen eine zentrale Rolle zu spielen. Hier geht sie einher mit dem Herausbilden einer Marke und deren Wiedererkennungswert. Aber wie kann diese Linientreue in Architektur und Design aussehen, ohne dass sie zum Plagiat wird oder die eigene Position zu sehr einschränkt?